CABIN FEVER

Cabin fever         (USA, 2002)

Regie: Eli Roth. Buch: Eli Roth and Randy Pearlstein
Mit: Rider Strong (Paul), Jordan Ladd (Karen), James DeBello (Bert), Cerina Vincent (Marcy), Joey Kern (Jeff) u.a.
92 Minuten         (2 von 10 Punkten)

Cabin Fever
(Bildrechte: Tiberius Film)

Synopsis: Erzählt wird die Geschichte von 5 US-amerikanischen College-Absolventen, die sich irgendwo in den Hinterwäldern eine Hütte gemietet haben, um den Schulabschluss zu feiern. Die erste Nacht endet damit, dass sich eine der beiden Frauen eine tödliche Vergiftung einfängt und es den anderen trotz zahlreicher Versuche nicht gelingt, gemeinsam ihren Hort zu verlassen und/oder Hilfe zu holen. Nach und nach greift die Ansteckung um sich, die seltsamen Geschehnisse im Blockhaus rufen die leicht debilen Bewohner des Umlandes auf den Plan, die natürlich auch ihren Teil zur Lösung der Probleme beitragen.

Kritik: Zahlreiche Spielfilme wandern auf direktem Wege in die Regale der Videotheken, obwohl manches Juwel unter ihnen den Vergleich mit den arrivierten Produktionen nicht zu scheuen braucht. CABIN FEVER gehört sicherlich nicht in diese Kategorie und ich frage mich, welcher Teufel den Verleih geritten hat, auch noch mit zwei Jahren Verspätung auf deutsche Publikumsresonanz zu hoffen. Es tut fast ein wenig Leid, den Stab über diesen Film brechen zu müssen. Aber Fazit bleibt, dass wir es mit einem unausgegorenen, vielleicht gut gemeinten, aber letztlich amateurhaften Machwerk zu tun haben. Da hat jemand offensichtlich es gut zu machen versucht, aber nicht so ganz gekonnt.

Zugute halten kann man dem Film, dass die fünf Hauptpersonen nicht nach Schema F gestrickt sind, sondern jede eine – wenn auch grobe – Entwicklung durchläuft. Es ist nicht unbedingt klar ist, wen es als nächsten erwischt bzw. wer die Chance hat davonzukommen.

Zweitens ist es eine durchaus nette Idee, diesmal keine Untoten oder durchgeknallte Freaks à la Leatherface auffahren zu lassen, sondern den Feind quasi in die Opfer selbst zu implantieren. Die Chance, den Plot auf eine Art Psychoebene zu heben, sprich die Entwicklung einer geschlossenen Gruppe in einer letalen Stresssituation zu schildern, wäre durchaus gegeben gewesen.

Aber auf diesem Pfad weiter marschieren zu wollen, hätte mehr Mut/Esprit/Drehbuchgeschick vermocht, als es Roth und Pearlstein zur Verfügung stand oder sie zu investieren gewillt waren. Nachdem die brenzlige Situation für die Protagonisten im Film offenbar wird, verliert sich die Logik bzw. die emotionale Nachvollziehbarkeit der Beweggründe zusehends. Für Nuancen, für Farbtupfer, aus denen das Bild des Grauens immer mehr erwächst, hat man keine Geduld, stattdessen wird mit dickem Pinsel gearbeitet: Handlungssprünge treiben die Geschichte überhastet voran, neue Personen und Schauplätze werden eingeführt, statt auf die klaustrophobische Wirkung der Hütte und der fünf Eingeschlossenen zu setzen, und zu guter Letzt hat sich der Film in ein Tempo hineingesteigert, das ganz klar auf Kosten der vormals zumindest noch marginal spürbaren Spannung geht. Das unendliche Finale, als einfallsreiches Sahnehäubchen gedacht, erntet schließlich nur noch Kopfschütteln.

Moderat und daher auch wieder unentschieden verhält es sich mit schockierenden Szenen, die das Publikum unverhofft treffen sowie mit den Künsten der Maskenbildner, die für Horrorstreifen ja unabdingbare Leistungen vollbringen vermögen. Wollte man hier realistisch, eng an der Wirklichkeit verbleiben? Bei einer Freigabe ab 18 Jahren kann das Publikum eigentlich erwarten, dass die Macher mehr in die Vollen gehen. Insbesondere bei einer offensichtlichen Low-Budget-Produktion. Aber auch hier bleibt man ebenso harmlos wie die Musik eine fatale Mischung aus Gruselklängen und Folksongs ist. Richtig spannend ist eigentlich nur die Titelsequenz vor Beginn der laufenden Bilder, wenn sich eine champagnerfarbene Leinwand unter unheilschwangeren Tönen immer bräunlich-fleckig-ekliger verfärbt. Danach geht’s fast nur noch bergab.


About this entry